Erst vor kurzem wurde uns von Angehörigen der Familie Kult ein Erinnerungsalbum zur Verfügung gestellt, welches uns die Anfänge der Stadtmeisterschaften Ulm/Neu-Ulm nach dem Krieg etwas genauer nachverfolgen ließ. In der Ulmer Donauzeitung hieß da unter anderem … „Das Turnier (1950) wurde in vorbildlicher Weise von den Herren Westerborg, Lazi und Schüle geleitet. Der 1. Vorstand des TC Ulm gab im anschließenden Kameradschaftsabend einen kurzen Überblick über die Geschichte des Ulm/Neu-Ulmer Tennissports und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die nun alljährlichen Tennismeisterschaften von Ulm/Neu-Ulm die Verbundenheit der tennisspielenden Vereine untereinander fördern und dem Tennissport neue Kräfte zuführen werden. Nicht weniger als 48 zum Teil sehr wertvolle Preise, gestiftet von den Gönnern der drei Abteilungen, erfreuten die Sieger.“

Dieser Text wurde vor nunmehr fast 70 Jahren veröffentlicht und hat an der Grundidee „die Verbundenheit der tennisspielenden Vereine untereinander zu fördern“ nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Auch der zweite Neustart in den Jahren 1979/80 (Gründung des „Tennis-Stadtmeisterschaftsausschusses Ulm/Neu-Ulm mit den Vereinen TK Ulm, TA SSV Ulm 1846 und TC Blau-Weiß Neu-Ulm unter Einbezug der TA TSG Söflingen und TA VfB Schwarz-Rot Ulm) und der nachherigen Öffnung für alle weiteren Vereine auf Ulmer und Neu-Ulmer Stadtgebiet (immerhin 25 an der Zahl) war dieser Grundidee verpflichtet. In jenen Jahren durften nur Mitglieder der beteiligten Vereine mitspielen, erst mit der Gründung des „Fördervereins Tennis-Stadtmeisterschaft Ulm/Neu-Ulm e.V. in den Jahren 2005/2006 wurde nach und nach eine Öffnung zuerst für die Bezirke Oberschwaben/Alb-Donau (WTB) und Schwaben (BTV) sinnvoll. Danach ging es Schritt für Schritt zur weiteren Öffnung für das gesamte Verbandsgebiet des Württembergischen Tennis-Bundes und des Bayerischen Tennisverbandes. Seit dem Jahr 2018 ist unser Turnier deutschlandweit geöffnet, da es immer wieder zu grenzüberschreitenden Meldungen kam, die laut Turnierordnung vorher nicht zulässig waren. Dabei handelte es sich nicht um „Exoten“, sondern zumeist um Meldungen aus dem Badischen Verband, mit dem sich die Württemberger (obwohl im gleichen Bundesland beheimatet), noch nicht zu einem gemeinsamen Verband zusammengeschlossen haben.

Das Jahr 2020 wird unser Jubiläumsjahr … „40 Jahre Tennis-Stadtmeisterschaft“ in der derzeitigen Form. Schon jetzt wurde ein „runder Tisch“ angeregt, der sich mit dem Thema der Jubiläumsfeierlichkeiten beschäftigt. Denkt man an das 25-Jährige zurück, war das doch eine recht publikumswirksame Veranstaltung, die damals in den relativ neuen Vereinsräumen der TA SSV Ulm 1846 stattfand. Es gab eine Videopräsentation mit alten Bildern und Spielszenen. Es war noch ein wichtiges gesellschaftliches Highlight, an dem uns spontan sogar der amtierende Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner die Ehre gab und – so wie es seine Spezialität war – ohne große Vorbereitung und ohne vorgegebenes Konzept – eine mitreißende Rede hielt. Wir sind gespannt, was sich die Organisatoren sich für das Jubiläumsjahr 2020 einfallen lassen.

In den letzten 70 Jahren war das Turnier also von einer ständigen Veränderung geprägt. Die federführend beteiligten Vereine schafften es bisher immer, Trends frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Egal, ob Bezirksranglisten- oder Leistungsklassen-Turnier, oder aktuell – die Öffnung weit über die Verbandsgrenzen hinaus. Vielleicht ist die Tennis-Stadtmeisterschaft in der städtischen Ulm/Neu-Ulmer Tennisszene durch die Öffnung nicht mehr so präsent, man kennt oft die Spielerinnen und Spieler nicht mehr persönlich. Auch klafft die Schere zwischen Leistungs- und Breitensportlern immer weiter auseinander. Und die Konkurrenz der Tagesturniere, bei denen man innerhalb eines Tages Leistungsklassenpunkte erspielen kann, ist auch nicht weg zu diskutieren. Unser Turnier bietet allerdings viele Alters- und Leistungskategorien an und die Verkürzung auf 2 ½ Turniertage trägt den aktuellen Trends ebenfalls Rechnung.

Immer wichtiger wird die Termingestaltung. Sie hängt zum einen von der Terminierung der Schulferien ab, die sich auf den Terminplan der Verbandsrunde auswirkt. Obwohl in Württemberg und Bayern alles ähnlich gestaltet ist, sind auf regionale und überregionale Turniere zu achten. So war es 2018 und 2019 terminlich nicht möglich, dem internationalen „Müller Junior-Cup“ auszuweichen und die Vereine TA SSV Ulm 1846 und TK Ulm können ihre Plätze nicht zur Verfügung stellen. Somit sind die TA VfB Ulm und die TA TSG Söflingen nördlich der Donau und der NTK Blau-Weiss sowie die TA TSV Pfuhl südlich der Donau für alle Wettbewerbe alleine verantwortlich. Bei den Hallen-Stadtmeisterschaften Ulm/Neu-Ulm ist es zum Glück anders.

Wir vom Organisationsteam des Fördervereins „Tennis-Stadtmeisterschaft Ulm/Neu-Ulm e.V.“ danken allen Inserenten und Sponsoren für ihre finanzielle Unterstützung, den Ehrenamtlichen der ausrichtenden Vereine für ihren Einsatz und den Städten Ulm und Neu-Ulm für ihre öffentlichkeitswirksame Unterstützung.  Nur so war und ist es uns möglich, sommers und winters über 70 bzw. 40 Jahre die „Offenen Ulm/Neu-Ulmer Tennis-Stadtmeisterschaften“ in grenzüberschreitender Zusammenarbeit zu bewältigen.

Wir freuen uns auf ein interessantes Turnier im Sommer 2019 und dann … auf ein interessant gestaltetes Jubiläumsjahr 2020!

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